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4 - Im Schatten der Mauer

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  Spionage

Aufgrund seiner besonderen geopolitischen Lage war Berlin der neuralgischste Punkt an der „unsichtbaren Front" des kalten Krieges, den sich kommunistische und westliche Geheimdienste lieferten.

In West-Berlin errichteten der amerikanische und der französische Geheimdienst leistungsstarke Abhörstationen, mit deren Hilfe von Staaten des Warschauer Pakts gesendete Nachrichten abgefangen und entschlüsselt werden konnten. Von 1958 bis 1987 war Markus Wolf, der „Mann ohne Gesicht", Chef der DDR-Spionage (HVA), die 4000 Agenten in die NATO und das Bundeskanzleramt einschleuste.

Die Glienicker Brücke, die Westberlin mit Potsdam (point 11) verbindet, diente mehrmals als Übergabestelle beim Austausch von Spionen oder Dissidenten. So wurde hier im Februar 1962 der amerikanische Pilot Francis Powers, der mit seinem Aufklärungsflugzeug U2 über sowjetischem Gebiet abgeschossen worden war - was übrigens Chruschtschow einen Vorwand lieferte, den Pariser Gipfel platzen zu lassen - gegen den sowjetischen Kundschafter Rudolf Abel ausgetauscht, der in den Vereinigten Staaten zu 30 Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden war. 1985 wurden 23 ostdeutsche Häftlinge gegen 4 Ostagenten ausgetauscht, die in den USA inhaftiert waren. Im Februar 1986 wurden 4 kommunistische Spione im Tausch gegen den sowjetischen Dissidenten Anatoli Schtscharanski und vier westliche Agenten freigelassen.

Zahlreichen Romanen (John Le Carré The spy who came in from the cold, Len Deighton Funeral in Berlin) und Filmen (Hitchcock Der zerrissene Vorhang) diente Berlin mit seiner spionageumwobenen Atmosphäre als Kulisse.

 

  Glienicker Brücke
Glienicker Brücke

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Inhaltsverzeichnis - Anhang - Der Fall der Mauer

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