Haut de page

3 - Die Sperranlagen

Haut de page

 

  Ausreiseverbot

GrunzeIm Gegensatz zu dem, was die ostdeutsche Propaganda behauptete, war die Mauer kein „antifaschistischer Schutzwall" zur Verhinderung westlicher Angriffe. Die ausschließlich nach innen gerichteten Verteidigungsanlagen sollten keine Eindringlinge aufhalten, sondern Fluchtversuche verhindern. So erließ das Ministerium für Nationale Verteidigung am 21. Juni 1963 eine Anordnung über die Einrichtung eines 30 bis100 m breiten „Schutzstreifens" an der Grenze zu West-Berlin, in dem die Bevölkerung unter strenge Kontrolle gestellt wurde. Dieses Sperrgebiet war scharf bewacht und durfte nur mit einer Sondergenehmigung betreten werden. Bei Zuwiderhandlung drohten harte Strafen. Die Selbstschußanlagen befanden sich ebenfalls auf östlicher Seite. Diese wurden allerdings 1984 als Gegenleistung für zwei beträchtliche Wirtschaftskredite entfernt, welche die Regierung der Bundesrepublik der DDR gewährte.

Im Laufe der Jahre wurde die Mauer immer perfekter ausgebaut und damit zu einem immer unüberwindbareren Hindernis. Insgesamt wurde sie viermal verändert. Ursprünglich bestand sie aus 12 km Betonplatten und 137 km Stacheldraht, 116 Beobachtungstürmen, davon 32 an der innerstädtischen Grenze. Ab Oktober 1964 wurde sie allmählich verstärkt, eine zweite Betonmauer wurde errichtet, die Sperranlagen zu einer „modernen Grenze" ausgebaut, die ab 1979-1980 ihre endgültige Form erreichte.

Die Mauer trennte 192 Straßen (97 zwischen den beiden Teilen der Stadt und 95 zwischen West-Berlin und der DDR), 32 Eisenbahnlinien, 8 S-Bahn- und 4 U-Bahnlinien, 3 Autobahnen, mehrere Flüsse und Seen. Auf den Gewässern, die durch versenkte Metallgitterzäune abgesperrt waren, patrouillierten ständig Schnellboote der Grenztruppen. Die Mauer war ein unnatürliches Phänomen, das ungewöhnliche Situationen mit sich brachte.

Da sie meistens hinter der Demarkationslinie errichtet wurde wie beispielsweise in den Stadtbezirken Tiergarten und Kreuzberg sowie im Süden der Stadt, wies ein Schild auf westlicher Seite der Mauer auf den genauen Grenzverlauf hin. Wer also im Westen bis an die Mauer heranging, befand sich eigentlich schon „drüben" und lief Gefahr, von den ostdeutschen Grenzposten verhaftet zu werden, die plötzlich durch Eisentüren in der Mauer auftauchen konnten.

Die Mauer machte das zum amerikanischen Sektor gehörende Steinstücken zu einer West-Berliner Exklave in der DDR. Bis zum Bau einer Straße im Jahre 1971 wurde diese Exklave von den amerikanischen Truppen versorgt und geschützt. Die Exklave Eiskeller im britischen Sektor befand sich in der gleichen Lage.

 

Ausreiseverbot
Ausreiseverbot

Die Sperranlagen
Die Sperranlagen

Die Grenze wird immer unüberwindbarer
Die Grenze wird immer unüberwindbarer

Ausbau der Grenzanlagen
Ausbau der Grenzanlagen

 

 

Inhaltsverzeichnis - Anhang - Im Schatten der Mauer

Bas de page Ausbau der Grenzanlagen
Ausbau der Grenzanlagen

 

angleg3.gif (1019 octets)