Exhibition Daniel Boulogne

Daniel Boulogne
" The Berlin Wall "

Caen Memorial - DHM

I - From Paris
II - Through East border
III - "Rabbit For Ever"
IV - Just in front the Wall

 

III - " Rabbit For Ever "

Die Fortsetzung wird durch die Fotos von Matt Jacob besser ausgedrückt als jede Erzählung. Thomas Kraft stellt mit kraftvollen Strichen eine auf einer Libelle balancierende Tänzerin dar. Über ihrem Kopf verwechselt ein wildgewordener Kompass Ost und West.

Rainer Ziegers malt einen weissen, auf den Hinterfüssen stehenden Hengst, André Grossmann einen Blumenkranz, auf gar keinen Fall ein Totenkranz, ausser es handelt sich um das fröhliche Begräbnis eines verschmähten Regimes. Sylvie Albu stellt sich selber dar, als schreiende riesige Frau.

Etwas weiter zeigt eine riesige Hand den Weg. Weder die geschlossene Faust der Revolution, noch das V-Zeichen für den Sieg. Viel bescheidener, soll sie das in Bewegung gesetzte darstellen. Dass alle in die gleiche Richtung gehen. Das bekannteste Fresko ist von Manfred Butzmann : in einem gelben Himmel springen karottenförmige Hasen zwischen den Sternen. Dieses Gemälde war in Frankreich auf der Titelseite von France SOIR und ist in VSD, LE NOUVEL OBSERVATEUR, A SUIVRE und anderen Zeitungen wiedergegeben worden. Diese Hasen haben eine Geschichte.

  
    
1972 haben die Eltern, Anlieger der Parkstrasse in Berlin-Pankow, dafür gekämpft, einen Spielplatz für ihre Kinder zu bekommen. Sie haben den Spielplatz schliesslich selber auf einem Parkplatz eingerichtet.

Zum Einweihungsfest hat Manfred Butzmann eine Fahne mit Hasen entworfen, die damals zum ersten Mal gesetzt wurde. Seitdem wird jedesmal im Herbst ein Fest gefeiert und dieses Fest heisst die Kirmes der Hasen.

Manfreds Hase symbolisiert den Pazifismus, die angstvolle Machtlosigkeit und die Unschuld.

 
Es gab wilde Hasen in Berlin, sie lebten dort, wo es am gefährlichsten für den Menschen war, auf dem Todesstreifen, der die Mauer entlanglief und vor allem auf dem Potsdamer Platz.

Manfred Butzmann hat seinen Entwurf mit einem Slogan untermalt, der das Bestreben der Ostdeutschen Künstler, eine " ruhige Revolution " zu vollziehen, unterstreicht. Dieser Slogan ist um die Welt gegangen : Hase sein für immer. Er hat die Farben der deutschen Fahne benutzt, schwarz, rot und gold, als ob das Konzept einer vereinten Nation, schon vor dem Mauerfall, den Weg in eine besssere Zukunft zeigen sollte. Was für eine kraftvolle Aussage ! Und dennoch, ein anderes Bild als dieses hat mich beeindruckt und verfolgt mich : die Gestik einer Frau.

  
    
Sie spritzt einfach nur Farbe auf die Mauer. Mit schwarzer und roter Farbe beckleckert sie die Mauer. Sie malt nicht. Sie wirft die Farbe der Mauer entgegen, wie man einen Schrei loslässt oder einen Pflasterstein wirft, wie man eine Ohrfeige gibt. Ein Tabu wird zestört, sie macht sich von der Angst frei. So wie man auch den Sieg auskostet.

(…)

<- - zurück weiter - ->