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5 - Der Fall der Mauer

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  Die Öffnung der Mauer

Inzwischen überstürzten sich die Ereignisse. Auf Aufruf des Künstlerverbandes und des Neuen Forums versammelten sich am 4. November fast eine halbe Million Menschen zu einer Kundgebung auf dem Alexanderplatz, bei der die Vertreter der SED ausgepfiffen und Grundfreiheiten gefordert wurden. Vier Tage später trat das Politbüro geschlossen zurück, versuchte aber, den Zusammenbruch der DDR zu verhindern, indem es einer der Hauptforderungen der Demonstranten stattgab und Reisefreiheit gewährte.

Deshalb teilte Günter Schabowski, Berliner SED-Chef und einflußreiches Mitglied des zurückgetretenen Politbüros, am 9. November auf einer Pressekonferenz den verblüfften Journalisten um 18.57 Uhr mit, daß der Ministerrat soeben beschlossen habe, daß jeder DDR-Bürger frei in die Bundesrepublik reisen dürfe. Er fügte noch hinzu, daß die Regelung „sofort, also unverzüglich" in Kraft trete. In Berlin und im ganzen Land verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. In den folgenden Stunden strömten Tausende DDR-Bürger zu den Grenzübergängen in Berlin. Mangels genauer Anweisungen ließen die Grenzposten sie passieren. Nach 10 315 Tagen ihres Bestehens war die Mauer praktisch gefallen, auch wenn ihr tatsächlicher Abriß Monate dauern sollte. Die Risse in der Mauer, dem Sinnbild der Spaltung Europas in zwei antagonistische Lager, kündigten das Ende des Kommunismus an, das zwei Jahre später mit der Auflösung der UdSSR gekommen war.

 

Grenzposten
Ansturm auf die Grenzübergänge

Die Mauer ist de facto gefallen
Die Mauer ist de facto gefallen

Der Fall der Mauer
Der Fall der Mauer

 

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Inhaltsverzeichnis - Anhang - Auf den Spuren der Mauer

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