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5 - Der Fall der Mauer

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  Die Rolle der UdSSR

Sculpture on the WallDer Fall der Mauer war die Folge wachsenden inneren und äußeren Drucks. Dabei spielte die Entwicklung in der Sowjetunion eine entscheidende Rolle.

Bei seinem ersten Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland im Mai 1989 unterrichtete Michail Gorbatschow, der durch eine neue Politik im Sinne von Glasnost (Transparenz) und Perestroika (Umgestaltung) sein Land vor dem Zusammenbruch bewahren wollte, Bundeskanzler Kohl über die Aufgabe der Breschnew-Doktrin. Moskau hatte demnach nicht mehr die Absicht, demokratische Umwandlungen in ihren Satellitenstaaten gewaltsam zu verhindern. Das bedeutete über kurz oder lang den Untergang der DDR, deren Existenzberechtigung rein ideologisch begründet war.

Bereits am 2. Mai begann Ungarn, den Eisernen Vorhang abzubauen, und am 11. September öffnete es seine Grenze nach Österreich. Diese Maßnahmen führten zu einer Massenflucht von DDR-Bürgern. Andere suchten in den Botschaften der Bundesrepublik in Prag und Warschau Zuflucht. Im Zeitraum von sechs Monaten gelangten mehr als 220 000 Ostdeutsche in den Westen.

Gleichzeitig entwickelten sich im Schutz der Kirche Oppositionsgruppen (Neues Forum, Demokratie Jetzt, Demokratischer Aufbruch), die eine Veränderung der DDR von innen her anstrebten und den Ostberliner Machtapparat in Frage stellten.

In Leipzig versammelten sich trotz des brutalen Eingreifens der Polizei immer mehr friedlich protestierende Menschen zu Friedensgebeten und Montagsdemonstrationen: 1000 Demonstranten am 4. September, 120 000 am 16. Oktober skandierten politische Losungen: „Freie Wahlen", „Wir bleiben hier", „Wir sind das Volk" usw.

Am 7. Oktober beging die DDR den 40. Jahrestag ihres Bestehens, aber die Feierlichkeiten gerieten zu Protestaktionen gegen das Regime, das mehr als 1000 Demonstranten festnehmen ließ. Ehrengast Gorbatschow wurde vor dem Palast der Republik von der flehenden Menge mit „Gorbi, hilf uns!"-Rufen empfangen. Dieser äußerte vorausschauend: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.". Diese Warnung war an die Führung der SED gerichtet, die Honecker im selben Zuge absetzte. Honeckers Nachfolger wurde am 18. Oktober der Apparatschik Egon Krenz, der am 3. Dezember seinerseits zum Rücktritt gezwungen war.

 

Montagsdemonstrationen in Leipzig
Montagsdemonstrationen in Leipzig

Ehrengast Gorbatschow
Ehrengast Gorbatschow

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Inhaltsverzeichnis - Anhang - Auf den Spuren der Mauer

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