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2 - Operation "Chinesische Mauer"

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  Akteure und Zeitzeugen des Mauerbaus

Walter Ulbricht (1893-1973):

Der geborene Leipziger stammte aus einer sozialdemokratischen Familie. Im Ersten Weltkrieg schloß er sich dem Spartakusbund an und war 1919 an der Gründung der KPD beteiligt. 1928 wurde er Abgeordneter und im darauffolgenden Jahr Mitglied des Politbüros der KPD. Nach der Machtergreifung durch Hitler emigrierte Ulbricht zunächst nach Paris, dann nach Prag und Moskau, von wo aus er die antifaschistische Propaganda organisierte. Im April 1945 kehrte er nach Berlin zurück, um die KPD wieder aufzubauen. Der treue Stalinist mit seinem unverkennbaren Spitzbart und seiner Nickelbrille übernahm ab 1950 die Führung der Partei. Die Niederschlagung des Arbeiteraufstands im Juni 1953 festigte seine Position, die nach dem Tod des ersten Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, im Jahre 1960 noch verstärkt wurde. Als Vorsitzender des 1960 gegründeten Nationalen Verteidigungsrates - ein Amt, das Ulbricht die oberste Befehlsgewalt über die Armee zusicherte - war Ulbricht hauptverantwortlich für den Bau der Berliner Mauer. 1968 war er einer der vehementesten Befürworter der Niederschlagung des Prager Frühlings. Ab 1970 verlor er allmählich seine Macht, da die Sowjetunion auf Entspannungskurs mit dem Westen setzte. Er starb am 1. August 1973.

Erich Honecker (1912-1994):

Bereits im Alter von zehn Jahren war der Saarländer Mitglied kommunistischer Verbände. 1935 wurde er von der Gestapo festgenommen und bis zum Ende des Krieges inhaftiert. Er baute den kommunistischen Jugendverband wieder auf und blieb bis 1955 Vorsitzender der FDJ. 1958 wurde er als Sekretär des Zentralkomitees der SED mit den Fragen der Staatssicherheit betraut. In dieser Eigenschaft traf er auch die Vorbereitungen für den Bau der Berliner Mauer. 1971 wurde er Ulbrichts Nachfolger als Erster Sekretär der SED. 1987 reiste er zu einem offiziellen Besuch in die Bundesrepublik, distanzierte sich jedoch von der Reformpolitik Gorbatschows. Im Juni 1989 verteidigte er noch die Existenz der Mauer und erklärte, sie werde auch noch in fünfzig oder hundert Jahren bestehen. Am 7. Oktober nahm er noch an den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR teil, war dann aber unter dem Druck der Straße und reformwilliger bzw. opportunistischer Kommunisten am 18. Oktober gezwungen, von seinen Ämtern zurückzutreten. Nachdem er in Moskau Zuflucht gefunden hatte, wurde er 1992 festgenommen und wegen der Anordnung des Schießbefehls auf Flüchtlinge angeklagt. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er schließlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Er emigrierte nach Chile, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Willy Brandt (1913-1992):

Bereits als Fünfzehnjähriger war Brandt in sozialistischen Kreisen aktiv. 1933 emigrierte er nach Norwegen, wo er gleichzeitig als engagierter Journalist und antifaschistischer Widerstandskämpfer wirkte. 1947 kehrte er nach Berlin zurück, wo ihm die Stelle des Beauftragten des SPD-Parteivorstands anvertraut wurde. Der dem Oberbürgermeister von Berlin, Ernst Reuter, nahestehende Brandt wurde in den ersten Bundestag gewählt. Von 1957 bis 1966 war er Regierender Bürgermeister von West-Berlin. Während der Mauer-Krise bewies er Standhaftigkeit und erwarb sich dadurch die Sympathie der Deutschen und das Format eines Staatsmanns. Der amtierende Kanzler Konrad Adenauer (1886-1967) hingegen führte in dieser Zeit seinen Wahlkampf weiter und kam erst am 22. August nach Berlin, wofür ihm die westdeutschen Wähler bereits im September 1961 die Quittung gaben. Von 1966 bis 1969 war Brandt Außenminister in der Regierung der „Großen Koalition". Zum Bundeskanzler gewählt, wurde er für seine Entspannungspolitik 1971 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Vor dem Hintergrund der „Affäre Guillaume" legte er 1974 sein Amt als Bundeskanzler nieder, blieb jedoch bis 1987 Vorsitzender seiner Partei. Von 1976 bis 1992 war er Präsident der Sozialistischen Internationale. Im Dezember 1990 eröffnete er die erste Bundestagssitzung im vereinten Deutschland und trat im darauffolgenden Jahr für Berlin als neue Hauptstadt Deutschlands ein. Willy Brandt wurde bei einem Staatsbegräbnis die letzte Ehre erwiesen.

John Fitzgerald Kennedy (1917-1963):

Anläßlich eines Staatsbesuchs in der Bundesrepublik stattete John F. Kennedy am 26. Juni 1963 auch Berlin einen kurzen Besuch ab. Nachdem er sich von einer Aussichtsplattform am Checkpoint Charlie einen Überblick über den Verlauf der Grenzabsperrungen verschafft hatte, hielt er vor dem Schöneberger Rathaus eine Rede, welche die Bevölkerung, die sich zahlreich versammelt hatte, um den Garanten ihrer Freiheit zu begrüßen, begeistert aufnahm. Er riß sie mit, als er erklärte: „Alle freien Menschen sind Bürger von Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können : Ich bin ein Berliner." Nach dem Kennedy-Besuch erachteten es alle amerikanischen Präsidenten als ihre Pflicht, nach Berlin zu reisen. So richtete Ronald Reagen 1987 die Forderung an Gorbatschow, das Brandenburger Tor zu öffnen.

 

Walter Ulbricht
Walter Ulbricht

Erich Honecker
Erich Honecker

Willy Brandt
Willy Brandt

John F. Kennedy
John F. Kennedy

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