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2 - Operation "Chinesische Mauer"

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  Die Berlin-Krise von 1958

Zehn Jahre nach der Blockade war Berlin ab dem 27. November 1958 erneut Schauplatz einer internationalen Krise, als Nikita Chruschtschow den drei Westmächten ein Ultimatum stellte: Er verlangte nämlich von ihnen, West-Berlin binnen 6 Monaten zu einer „entmilitarisierten Freien Stadt" zu machen, andernfalls drohte er mit der Unterzeichnung eines Separatfriedens mit der DDR. Dieses Ultimatum war Ausgangspunkt für eine langanhaltende Krise, die im Bau der Berliner Mauer gipfelte und gleichzeitig auch damit endete. Die zunächst in Genf (Mai-August 1959), später in Paris (Mai 1960) und Wien (Juni 1961) geführten Berlin-Verhandlungen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion verliefen ergebnislos.

Aufgrund des nicht abreißenden Flüchtlingsstroms, der die DDR destabilisierte, spitzten sich die Spannungen um Berlin immer weiter zu. Mehrfach verlangte Ulbricht von Chruschtschow die Zustimmung zur Ergreifung radikaler Maßnahmen. Auf einer Tagung der Ersten Sekretäre der Kommunistischen Parteien am 5. August in Moskau wurde seiner Forderung schließlich stattgegeben: Die Sektorengrenze in Berlin sollte dichtgemacht werden. Am übernächsten Tag erklärte Chruschtschow in einer Rundfunkansprache, das bequeme Schlupfloch nach West-Berlin müsse unbedingt gestopft werden. Diese besorgniserregende Nachricht rief bei den Fluchtwilligen Torschlußpanik hervor und löste eine neue Flüchtlingswelle aus: mehr als 4000 allein am 12. August!

Die Operation „Chinesische Mauer" wurde heimlich von Ulbricht beschlossen und von Honecker vorbereitet. Ihre Durchführung begann am 12. August gegen 16 Uhr, als Ulbricht den Befehl zur Schließung der Grenze unterzeichnete und an Honecker weiterleitete. In Vorbereitung dieser Operation wurden 40 Kilometer Stacheldraht und Tausende von Betonpfählen in Kasernen gelagert. Die Polizei und die nach dem Juni-Aufstand von 1953 geschaffenen Kampfgruppen wurden in Einsatzbereitschaft versetzt. Der Innenminister gab bekannt, daß Bürger der DDR für das Überschreiten der Grenze nach West-Berlin nunmehr einer besonderen Bescheinigung bedürften. Um Mitternacht wurden die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt; Einheiten der NVA fuhren überall in Ostberlin auf; 25 000 schwerbewaffnete Angehörige der Kampfgruppen und der Volkspolizei bezogen im Abstand von jeweils zwei Metern entlang der Demarkationslinie Stellung. Am 13. August 1961, einem Sonntag mitten in der Urlaubszeit, um 1.11 Uhr nachts meldete der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN), die offizielle Nachrichtenagentur der DDR, die Staaten des Warschauer Pakts hätten die ostdeutsche Regierung aufgefordert, eine wirksame Kontrolle um und in Berlin zu gewährleisten. Binnen einer Stunde waren 67 der 81 Grenzübergänge abgeriegelt; sieben weitere waren kurze Zeit später dicht. Der Verkehr zwischen der DDR und West-Berlin war unterbrochen. Der bisher noch durchgehende U- und S-Bahnverkehr zwischen den beiden Teilen der Stadt wurde eingestellt.

Unter dem Schutz von Volkspolizei und Volksarmee wurden die Zufahrtswege nach West-Berlin mit Stacheldrahtverhauen und Panzersperren blockiert.

Das Straßenpflaster wurde aufgerissen, Barrikaden errichtet. Binnen weniger Stunden war die gesamte West-Berlin umschließende Grenze unter Kontrolle.

Ostberlinern und Bürgern der DDR war das Betreten West-Berlins nunmehr untersagt.

Am 23. August durften dann auch die West-Berliner nicht mehr ohne Aufenthaltsgenehmigung in den Osten.

 

Einheiten der NVA...
Militäreinheiten ziehen in Ost-Berlin auf

Soldaten ziehen Stacheldraht
Soldaten ziehen Stacheldraht

Berlin unter Kontrolle
Berlin unter Kontrolle

Berlin - die verbotene Stadt
Berlin - die verbotene Stadt

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Inhaltsverzeichnis - Anhang - Die Sperranlagen

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