Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  101 - Albin Egger-Linz

Albin Egger-Linz, Den Namenlosen, 1914, 1916, Tempera auf Leinwand, 243 x 475 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.

© Heeresgeschichtliches Museum, Wien.

 
Der Tod
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101 - Albin Egger-Linz

Als der Krieg ausbrach, war Egger-Linz (1868-1926) 46 Jahre alt. Im Gegensatz zu den bedeutendsten Wiener Künstlern dieser Zeit, Schiele und Kokoschka, war er aus Altersgründen nicht mehr kriegstauglich. Trotzdem war er ab 1915 an der Alpenfront. Von größerer Bedeutung als seine Bildnisse und Darstellungen des Kampfgeschehens in den Bergen sind heute die von ihm geschaffenen Monumentalwerke. Noch vor Kriegsende verwendete er zur Darstellung des Motivs Symbole, sowohl in seinem Werk Der Krieg (1915-16) als auch in diesem Gemälde. Trotz mancher Details wie Helme, Handgranate und Stiefel mangelt es ihm vom militärgeschichtlichen Standpunkt aus betrachtet an Glaubhaftigkeit. Das ist auch nicht sein Anliegen, wie dem Titel zu entnehmen ist: Der Krieg verdammt jeden dazu, einen anonymen, unerklärlichen, fast unsichtbaren Tod zu sterben. Der Blick der Gestalten ist ins Leere oder auf den Boden gerichtet. Alle haben die gleiche Haltung. Diese Namenlosen haben ihre Individualität verloren und versinken gemeinsam, gleichen Schrittes, in dem Trichterfeld, das ihr Grab sein wird.