Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  70 - Erich Heckel

Erich Heckel, Zwei Verwundete, 1915, xylographie auf Papier, Folkwang Museum, Essen.

© Museum Folkwang, Essen - Photo : J. Nober.

© SESAM, Paris, 1998.

 
Unsägliches Leid
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70 - Erich Heckel

Chagall und Heckel (1883-1970) sind hier nicht weit voneinander entfernt, obwohl Heckel der expressionistischen Bewegung in Deutschland und der Künstlergemeinschaft Die Brücke angehörte und besonders die Technik des Holzschnitts bevorzugte, der die anderen Mitglieder der Gruppe wie Kirchner und Schmidt-Rottluff ebensoviel Aufmerksamkeit entgegenbrachten. Die mit Meißel, Stichel oder auch Taschenmesser in die Holzplatte eingeritzte Zeichnung läßt keine subtilen farblichen Abstufungen zu. Der brutale Primitivismus entspricht der Brutalität des Motivs: ein Soldat mit einem Kopfverband, ein zweiter im Hintergrund, eingeschlafen oder sterbend auf einem Liegestuhl oder einem Bett. Mit dem Messer wurden Falten, Narben und Linien eingekerbt, so daß die Graphik selbst zerschunden zu sein scheint wie der Leib eines Soldaten, der durch Granatsplitter oder im Kugelhagel zerfleischt wurde.
 

 
Coquelicot

 
"Wir sind gefühllose Tote, die durch einen Trick, einen gefährlichen Zauber noch laufen und töten können. Ein junger Franzose bleibt zurück, er wird erreicht, hebt die Hände, in einer hat er noch den Revolver - man weiß nicht, will er schießen oder sich ergeben - ein Spatenschlag spaltet ihm das Gesicht. Ein zweiter sieht es und versucht, weiterzuflüchten, ein Bajonett zischt ihm in den Rücken. Er springt hoch, und die Arme ausgebreitet, den Mund schreiend weit offen, taumelt er davon, in seinem Rücken schwankt das Bajonett."

Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues.