Coquelicot Die Farbe der Tränen
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Marc Chagall, Verwundeter Soldat, 1914, Feder und Tusche auf Papier, 22,3 x 17,2 cm, Tretjakow-Galerie, Moskau. Abbildung im Web nicht gestattet.

 
Unsägliches Leid
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69 - Marc Chagall

Chagall (1887-1985) wohnte dem Krieg nur aus der Ferne bei. Nach einem Aufenthalt in Frankreich war er nach Rußland zurückgekehrt. Die Kriegserklärung verhinderte seine Rückkehr nach Paris. Trotzdem fertigte er eine Reihe von Zeichnungen an, die Szenen der Mobilmachung, Abschied, Trauer oder Verwundung zum Inhalt haben. Systematisch verwendet er dafür Tusche, die er schattenrißartig auf weißes Papier aufträgt, wodurch ein scharfer Kontrast entsteht. Diese Technik, welche die dramatische Ausdruckskraft verstärkt, setzt eine klare Herausarbeitung der Formen und eine geraffte Aussage voraus. Kontraste werden hervorgehoben: der weiße Verband auf dem schwarzen Haar, die Zähne im Schatten des Bartes, die Besätze und die Regimentsnummer auf der schwarzen Uniform. In diesen Zeichnungen von 1914 ist Chagalls Ausdruck härter, er weicht ab von der leichten, schwebenden Malweise, in der er seine Kindheitserinnerungen schildert und kommt dem Expressionismus nahe, mit dem er jedoch nicht vertraut ist.