Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  67 - Egon Schiele

Egon Schiele, Russischer Kriegsgefangener, 1915, Bleistift und Gouache auf Papier, 44,9 x 31,4 cm, Albertina, Wien.

© Graphische Sammlung Albertina, Wien.

 
Unsägliches Leid
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67 - Egon Schiele

Schiele, der russische Kriegsgefangene zu bewachen hatte, die von den österreichisch-ungarischen Truppen gemacht worden waren, stellte eine Ausnahme dar. Statt sie zu bewachen, ließ er sie Modell sitzen. Er sah sie nicht als Feinde an, sondern betrachtete sie als Individuen, die manchmal krank und oft melancholisch waren. Der russische Offizier hat zwar seine typische Fellmütze aufbehalten, aber Schiele sieht in ihm nicht den Fremden, geschweige denn den Gegner, sondern einen ihm ebenbürtigen Menschen.