Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  46 - Félix Vallotton

Félix Vallotton, Verdun, tableau de guerre interprété, projections colorées noires, bleues et rouges, terrains dévastés, nuées de gaz (Verdun, Interpretation des Krieges, schwarze, blaue und rote Projektionen, verwüstetes Gelände, Giftgasschwaden), 1917, Öl auf Leinwand, 114 x 146 cm, Musée de l'Armée, Paris.

© Photo Musée de l'Armée, Paris.

 
Das Zeitalter der Artillerie
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46 - Félix Vallotton

Von seiner Mission in den Argonnen und in Verdun kam Vallotton mit der Überzeugung zurück, daß es weiterhin möglich sei, die Trümmer und die Landschaft an der Front zu malen, das Kampfgeschehen selbst stellte dem Künstler wohl unüberwindbare Schwierigkeiten in den Weg. Gleichwohl er dem Kreis der Nabis angehörte, fand er bei den Kubisten und Futuristen Impulse, die dieses in seinem Schaffen einzigartige Werk entstehen ließen. Über Verdun schreibt er: "Was soll man von alledem darstellen? (…) Vielleicht könnten die noch in ihren Anfängen befindlichen Lehren des Kubismus fruchtbringend zur Anwendung kommen. 'Kräfte' zeichnen oder malen entspräche sicher eher der Wahrheit, als die Wiedergabe ihrer Auswirkungen, aber diese 'Kräfte' haben keine Form, geschweige denn eine Farbe." Den Ideen des Kubismus und Futurismus folgend, deren Anhänger Vallotton kurzzeitig war, benutzte er zur Darstellung der Flugbahnen farbige Kegel, Schräglinien für Regen und Rauchschwaden. Einige landschaftliche Elemente sind noch vorhanden, eine Perspektive, Bäume an einem Hang, aber in der Bildmitte befindet sich eine symbolische Komposition, die Geometrie der antagonistischen "Kräfte".