Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  38 - Percy Wyndham Lewis

Percy Wyndham Lewis, A Canadian Gun-Pit (Eine kanadische Artilleriestellung), 1918, Öl auf Leinwand, 305 x 362 cm, National Gallery of Canada, Ottawa.

© National Gallery of Canada, Ottawa. Transfer von der Kanadischen Stiftung zum Gedenken an den Krieg, 1921.
 

38 - Percy Wyndham Lewis

Percy Wyndham Lewis, A Battery Shelled (Eine zerstörte Batterie), 1919, Öl auf Leinwand, 182,8 x 317,8 cm, Imperial War Museum, London.

© Imperial War Museum.

 
Das Zeitalter der Artillerie
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38 - Percy Wyndham Lewis

Trotz der Unterschiede in Format und - in geringerem Maße - Stil scheinen die beiden Gemälde zwei verschiedene Augenblicke desselben Ereignisses zu schildern. Lewis gehörte ursprünglich dem Vortizismus an, der Londoner futuristisch-kubistischen Kunstbewegung. Gemeinsam mit dem amerikanischen Dichter Ezra Pound leitete er die Zeitschrift Blast und galt nicht zuletzt wegen seiner provokatorischen Stellungnahmen und seines Hangs zur Polemik als einer der Wortführer der Bewegung. Im März 1916 meldete er sich als Freiwilliger zur Artillerie. Im Mai 1917 begegnete er Orpen. Obwohl ihm dessen Malweise als veraltet erschien, nahm er sich ihn zum Vorbild und wurde Militärmaler der kanadischen und später der britischen Truppen. Bei Vimy fertigte er Studien an, nach denen er dann seine Monumentalwerke schuf.
Die Gemälde Eine kanadische Artilleriestellung und Eine zerstörte Batterie sind Beispiele dieses erstaunlichen Versuchs: Selbst auf die Gefahr hin, den Betrachter zu verwirren, assoziiert Lewis geometrische Stilelemente und eher figurative, beispielsweise portraithafte Darstellungen. Das erste Werk enthält unzählige Details wie Deckung bietende Bleche der Stellung, mechanische Vorrichtungen des Geschützes, Uniformen, Tarnnetze. Das zweite hingegen ist elliptischer: Soldaten auf der linken Seite des Bildes beobachten gleichgültig die durch den Beschuß verursachten Zerstörungen, während ein toter Artillerist von seinen Kameraden begraben wird. Die Gestaltung dieses Werks ist moderner und stützt sich auf Ausdrucksmittel wie Winkel, Linien, Disproportionen und Schematisierung der Gestalten. Diese beiden Gemälde scheinen das Ergebnis eines der wenigen Versuche zur Entwicklung einer neuen Schlachtenmalerei zu sein.