Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  30 - C. R. W. Nevinson

C. R. W. Nevinson, French Troops Resting (Französische Truppen bei der Rast), 1916, Öl auf Leinwand, 71 x 91,5 cm, Imperial War Museum, London.

© Imperial War Museum.

© Anne Patterson.

 
Das Schlachtfeld
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30 - C. R. W. Nevinson

In Hinsicht auf ihre Generation, ihre Schule und ihre Konzeption ist die Verwandtschaft zwischen Léger und Nevinson augenscheinlich. Ihr gemeinsames Ausdrucksmittel ist die geometrische Form. Zur Darstellung französischer Infanteristen am Wegrand greift Nevinson auf eben diese Elemente zurück: halbrunder Helm, kubisches Gepäck, zylindrische Glieder, eckige Mäntel. Wie Légers Kartenspieler sind auch diese rastenden Soldaten blicklos, allein ihre Haltung drückt ihre Erschöpfung aus, obgleich sie das Kampfgebiet noch nicht erreicht haben.
 

 

 
30-NevinsonIn anschaulichen Bildern schildert Ludwig Renn in seinem Roman Der Krieg die Ankunft in einem Stollen, die feuchtwarme Luft, den Geruch nach nasser Kleidung, Tabak und Ruß. Kerzen, in Brusthöhe aufgestellt, werfen hier und da rötliches Licht. Am anderen Ende des Stollens, wo der Ausgang ist, fällt fahles Tageslicht ein. Man muß sich ducken, um nicht mit dem Kopf an die Decke zu stoßen. Rechts stehen Doppelstockbetten aus Maschendraht. Der Gang daneben ist so eng, daß ein Soldat, der gerade beim Essen ist, auf sein Bett klettern muß, um die Ankommenden durchzulassen, so daß der Mann mit seinem großen blonden Bart und seinen unschuldigen blauen Augen in einem Durcheinander aus nassen Strümpfen, Brot, Schuhen, Zigarren und Briefpapier sitzt und über die Unordnung auf seinem Bett lächeln muß.