Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  26 - André Mare

André Mare, Le canon de 280 camouflé (Getarnte 28-cm-Kanone), Tusche und Aquarell, 2. Heft, Historial de la Grande Guerre, Péronne.

© SESAM, Paris, 1998.
 

26 - André Mare

André Mare, La position du canon (Geschützstellung), Tusche und Aquarell, 5. Heft, Historial de la Grande Guerre, Péronne.

© SESAM, Paris, 1998.

 
Das Schlachtfeld
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26 - André Mare

Nach anfänglichen Experimenten im Herbst und Winter 1914 wurde im Februar 1915 die erste französische Tarneinheit gegründet. Bei Kriegsende war die Tarnung ein eigenständiger Dienst mit Fertigungswerkstätten in Paris und in der Nähe der Front sowie Einheiten, die den verschiedenen Armeekorps direkt angeschlossen waren. Ihre Truppenstärke betrug 3000 Mann, und die Zahl ihrer Zivilbeschäftigten im Hinterland - meistens Frauen - überstieg 10 000. Als Tarnspezialisten wurden hauptsächlich Maler wie Forain, Camoin, Villon, Marcoussis, Bildhauer wie Bouchard, Despiau und Dekorationsmaler eingesetzt. Die von ihnen entwickelten Techniken zur Tarnung reichten von bemalten Stoffen über Netze bis hin zu Attrappen. Ab 1916 arbeitete auch der britische Special Works Park in enger Zusammenarbeit mit französischen Herstellern an dieser Aufgabe, während die britische Marine Tarnverfahren für Schiffe entwickelte. Auch die Italiener begannen mit der Tarnung und gründeten 1917 das Laboratorio di mascheramento. Auf deutscher Seite zog man die Verwendung natürlicher Stoffe wie Laubwerk, Stroh und Gras als Tarnmittel vor und versuchte vornehmlich, die Ortung aus der Luft zu verhindern.
André Mare war einer der französischen Experten auf dem Gebiet der Tarnung und brachte dabei die aus dem Kubismus hervorgegangene Aufsplitterung der Formen zur Anwendung: aneinandergereihte Farbstreifen verhinderten, daß das menschliche Auge die Form der Kanone erfassen konnte, wobei die verwendeten Farben dem Gelände angepaßt waren.