Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  Verbleib unbestimmt

Fernand Léger, Sapeurs (Pioniere), 1916, Bleistift auf Briefkarte, 17 x 12,7 cm, Verbleib unbestimmt.

 
Das Schlachtfeld
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23 - Fernand Léger

Mehrfach zeichnete Léger (1881-1955) in den Argonnen und bei Verdun Soldaten, welche Gräben und Unterstände aushoben und unterirdische Stollen vortrieben, an deren Ende Kammern mit Sprengstoff gefüllt wurden, die dann gezündet wurden. In seinen Augen verkörperten diese Männer geradezu beispielhaft die Menschen, welche die Technik zu Werkzeugen der Maschinen und der neuen taktischen Rationalität gemacht hatte. Sie verschmelzen mit ihrem Gerät und dem Holz, mit dem sie Wände abstützen. Sie sind gesichts- und ausdruckslos, ihre Körper verrichten Arbeiten, die andere Köpfe erdacht und beschlossen haben.
 

 

 
CoquelicotUnter ihren Stellungen befanden sich die Stollen eines Kohlebergwerks, was die Franzosen sich zunutze machten. Kein Tag verging, ohne daß ein Grabenabschnitt in die Luft gesprengt wurde. Dann wurde das noch qualmende Loch gestürmt, während die darin verschanzten Kämpfer noch bis zum Hals im Dreck steckten. Wer zuerst unten war, hatte gesiegt. Tag und Nacht lagen die Kämpfer in den Stollen auf der Lauer, den Sprengstoff immer in Reichweite. Oft hörten sie die feindlichen Picken ganz in ihrer Nähe, und dann war es eine Frage von Minuten, in denen entschieden wurde, wer zerfetzt würde, der Feind oder sie selbst. Oft hatte er in diesem Loch gehockt, ein Hörgerät am Ohr, den Augenblick abwartend, in dem die Franzosen das Hacken einstellten und Dynamitkästen heranzuschleifen begannen.

In seinem Roman Leutnant Sturm gibt Ernst Jünger folgende Beschreibung.