Coquelicot Die Farbe der Tränen
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  9 - Egon Schiele

Egon Schiele, Heinrich Wagner, Leutnant i. d. Reserve, 1917, schwarze Kreide und Deckfarben auf Papier, Heeresgeschichtliches Museum, Wien.

© Heeresgeschichtliches Museum, Wien.

 
Die Soldaten
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9 - Egon Schiele

Ein Überlebender nach drei langen Kriegsjahren: Ihm sind zwei Orden verliehen worden, die er an seine Jacke geheftet hat, aber sein Gesicht, seine Augen, seine gefalteten Hände drücken die Erschöpfung oder die Gleichgültigkeit eines vorzeitig gealterten Mannes aus. Schiele (1890-1918) stellt ihn so dar, wie er zuvor russische Kriegsgefangene gezeichnet hatte, die er bewachen mußte, ohne Anteilnahme und mit derselben Sachlichkeit. Das Fehlen der Büste, der Uniform und der kahle Hintergrund verstärken das erdrückende Gefühl der Niederlage und der Einsamkeit. Es könnte auch der Ausdruck von Schieles eigener Einsamkeit sein, denn seine Wiener Zeitgenossen begegneten ihm mit Argwohn, wenn nicht mit Mißbilligung. Wegen vermeintlicher Anstößigkeiten wurde er sogar vor Gericht gezerrt.